Synology Diskstation

Synology Diskstation – die eierlegende Wollmilchsau oder doch nur eine unter vielen NAS-Systemen? Leider eher Letzteres….

 

Hier mal meine Erfahrungen mit Synology Diskstation 213+, welche ich seit 2013 in Betrieb habe. Die DS sollte eigentlich hauptsächlich als Speicherort meiner Bilder und Videos dienen und diese auch im Heimnetzwerk zu Verfügung stellen. Bestückt mit 2 x 3TB ging das Einrichten dank zahlreicher Youtube-Videos einigermaßen unkompliziert vonstatten. Allerdings muss man sich vorher schon gewaltig einlesen und informieren. Das haben aber die meisten NAS-Systeme so an sich.   Die Einrichtung einer WD My Cloud EX2 war auch nicht viel einfacher gestaltet. Man sollte zumindest grundliegende Kenntnisse von Netzwerk und Dateiberechtigungen haben.

Als die DS dann nach ein paar Tagen lief, war alles bestens. Ich betreibe die DS in einem Raid1-Verbund um den möglichen Ausfall einer Festplatte auszugleichen. Dazu natürlich ein Backup auf externen Datenträger (oder besser 2). Über die vielen Möglichkeiten der DS (und auch anderer NAS-Systeme) möchte ich hier nicht schreiben. Das sprengt einfach jeden Blog. Es sind wirklich sehr viele.

Die ersten Probleme kamen mit den Updates der Betriebssystems DSM. Hier gilt leider, „never touch a running system“. Mal  ging das Update ohne Störungen vonstatten, mal verhunzten die Entwickler das Update dermassen, dass die DS mehrere Tage nicht zu gebrauchen war. Hier gilt also, die Updates NIE sofort nach Erscheinen zu installieren, sondern abzuwarten, was die Erfahrungen der „Tester“ machen. Diese Erfahrung habe ich auch schon beim Betrieb meines Kopters von DJI gemacht.
Problematisch ist jedoch, wenn Sicherheitsupdates veröffentlich werden. Die gilt es natürlich einzuspielen. Da meine DS von außen nicht erreichbar ist, kann man auch hier getrost ein paar Tage warten.
Allerdings klappte das „große“ Update von DSM 4 auf DSM 5 ohne wirkliche Komplikationen (zumindest ohne Datenverlust).  

Die DS wurde zwischenzeitlich durch eine Erweiterungseinheit DX erweitert um nochmals 2 x 3 TB im Raid zu betreiben. Diese funktionierten (fast) problemlos. Keine Ahnung warum Synology offensichtlich die Produktion der Erweiterungseinheiten eingestellt hat. Zwischenzeitlich bekommt man für eine gebrauchte DX schon fast den doppelten Neupreis.

Dann im März 2017 war es soweit. Die DS startete nicht mehr. Keinen Hinweis darauf warum, lediglich wildes Blinken der Lampen in blau und orange. Festplatten raus, Festplatten rein – nichts ging.
Also Reset der Box und auf  Werkseinstellungen. Dann forderte mich die Box zumindes auf ein Update durchzuführen. Also gut, wenn es denn sein muss… Und das war dann auch der eigentlich entscheidende Fehler. Mir wurde ein DSM6.1 verpasst und das System bootete anschließend immer noch nicht,  bis ich durch Zufall bemerkte, dass wohl eine der beiden Platten defekt war. Die DS gab sich jedoch nicht die Mühe mir das anzuzeigen, zumal eine Platte ja noch in Ordnung war. WTF!! Für was den ganzen Quatsch in der DS mit Festplattenmanager und Speicheranalysator, wenn die NAS nach Ausfall einer Platte nicht mehr bootet? Ich bin davon ausgegangen, dass die DS mit der verbleibenden Platte bootet und mir die defekte Platte dann anzeigt – von wegen…

Neue Platte bestellt und defekt Platte ausgetauscht. Das System spiegelte die neue Platte über Nacht – und lief anschließend wieder. Alledings hatte ich jetzt ein DSM6.1, was ich eigentlich keinesfalls wollte. Meine alten Backups wurden natürlich nicht mehr erkannt.
Also alles wieder neu einrichten und feststellen, dass das „neue“ DSM6 tatsächlich so ziemlich das Schlimmste ist, was man sich an einem Betriebssystem für ein NAS vorstellen kann.

Im Gegensatz zum DSM5 hat das 6er Probleme mit NTSF-formatierten externen Festplatten. Nach dem Backup und dem Auswerfen des Mediums verweigerte die DS die erneute Erkennung, insbesondere wenn man das externe Medium auch nur einmal an einem anderen (Windows-)Rechner anschließt. Auch verweigerte die DS den Zugriff auf Festplatte über 2TB, was unter Umständen auch an meinen Sharkoon Dockingstations lag. Jedoch auch bei einer Festplatte unter 2TB und zwei neuen Dockingstations gab es Probleme. Letztlich war ich dann doch gezwungen, das von Synology vorgeschlagene Ext4-Dateisystem zu nehmen. Aber wenn ich eine NTFS-Festplatte nach dem Umstöpseln eh nicht mehr an der DS erkannt wird, dann bringt mir das einfach nichts.
Die Verbindung DS213+, DSM6.1. und eine Inateck Dockingstation mit einer 2TB (EXT4) Festplatte lief dann letztlich. Jetzt habe ich ohne die DS jedoch keinen Zugriff auf meine Backup-Daten und muss in Ernstfall irgendwelche unreifen Ext4-Treiber für Windows oder aber ein Linux-BS nutzen um an die Daten zu kommen. Unbefriedigend, aber so ist es jetzt halt mal.
Eine andere Alternative zum Backupprogramm „Hyper-Backup“ der DS wäre natürlich externe Software. Aber dann muss halt der Rechner dabei immer laufen. Ich fahre deshalb derzeit zweigleisig und sichere meine Daten mittels Hyperbackup und Aomei Backupper.

So gerne wäre ich zurück zum DSM5, aber der Downgrade mit manuellen Eingriffen in das Betriebssystem schreckt mich noch ab.

Hyperbackup (das Backupprogramm des DMS6.1):
Ich sichere dateibasiert, was heißt, Datei für Datei – ohne Komprimierung und ohne Zeitleiste. Das mögen auf dem Blatt Papier tolle Möglichkeiten sein, aber schon das dateibasierte Sichern hat Fehler. So hat Hyperbackup Probleme mit langen Dateinamen und auch anderen Dateien (links und wohl auch .css). Die werden dann einfach nicht gesichert oder das Backup bricht ab, ohne eine erklärbare Ursache. Mal ehrlich, die Meldung Backup failed ist ja wirklich sehr informativ! Erst beim Ausgraben der Reporte (insofern man sie zuvor auch erstellt hat) und langer Internetrecherche kann man mit viel Glück dem Problem auf die Sprünge kommen. In meinen Fall lag es an einem vom System erstellten Thumbnail, welches nicht gesichert wurde und zum Abbruch führte. Ich kann auch jetzt noch nur vermuten, dass der Dateinamen einschließlich Ordner zu lange ist/war. Eine Sicherung ohne Vorschaubilder (Gott sei dank kann man die jetzt abwählen) lief dann wieder. Komischerweise lief das Backup bei der ersten Sicherung problemlos durch (außer der Fehlermeldung, dass ein   „link“ nicht gesichert wurde).  Beim nächsten Backup kam dann der Abbruch. Der Report gab die Meldung
/volume1/01_Bilder/XXX/@eaDir/DJI_0015_6_7_tonemapped(Large).jpg/SYNOPHOTO_THUMB_XL.jpg konnte nicht gesichert werden.
Mehr Infos gab es nicht. Kein warum, kein wieso, nichts.

Apropos Fehlermeldung:
Wie kann ein Backup im Task anzeigen, dass das Backup erfolgreich war, aber Verschweigen, dass bestimmte Daten nicht gesichert wurden?? Das geht ja wohl überhaupt nicht! Nicht nur, dass ja wohl ich als Benutzer entscheide, welche Daten zu sichern sind und nicht das System, so unterschlägt Hyperbackup diese Meldung auch noch und verschiebt diese still und heimlich in den Report, welcher zudem noch erst generiert werden muss…. WO IST MEIN DSM5!
Obwohl ich zugeben muss, dass ich nicht sicher bin, ob DSM5 die Meldung auch bereits unterschlagen hat und ich das bislang nicht bemerkte.

Das Resümee ist, dass der Aufall einer Festplatte zu extremen Schwierigkeiten führen kann, obwohl für genau einen solchen Ausfall ich eine Diskstation im Raid-Verbund betreibe. Mir ist der Spaß an Synology jedenfalls gründlich vergangen. Tolles System, wenn es läuft. Aber wehe es gibt Probleme, dann steht Synology ganz oben auf der Liste der Spielverderber. Im Übrigen antwortet der Support von Synology in Rekordzeit von ca. einer Woche bis 14 Tagen. Was will man dazu noch sagen. Ich jedenfalls hab mir bislang dann durch stundenlanges Lesen in Foren geholfen. Und ein bisschen Glück gehört dann auch noch dazu.

Eines ist die DS jedenfalls nicht – die eierlegende Wollmilchsau.
Mein Vorhaben irgendwann mal meine DS zu erneuern hab ich verworfen. Zumindest solange Diskstationmanager 6 das Betriebssystem der DS ist.

Update: Ich habe nun alle Platten ersetzt und arbeite für die dateibasierte Sicherung  mit SyncBackfree. Es gab Probleme mit Aomei, weil diese Software keine bestehenden Daten erkennt.
Dazu aber ein andermal mehr.