Providerwechsel

Wegen einem Providerwechsel war sie Seite am 05.09.2020 nicht online. Ich musste den Provider wechseln und dabei hat sich herausgestellt, dass das Plugin Updraft nicht hält was es verspricht. Das Backup war für die Katz.
Ich bitte den eintägigen Ausfall der Seite zu entschuldigen.

Apropos Provider und Providerwechsel:
Hier mal meine Erfahrungen mit Providern und dem Wechsel solcher.

Da ich sowohl aus Hobby, als auch für unseren Verein und für Freunde ein paar einfache Webseiten mit WordPress betreibe, kam es im Laufe der Zeit unumgänglich zu verschiedenen Providerwechseln.

Ich habe unter anderem schon Webseiten bei 1und1 (IONOS), Internet24 (Hosteurope), One.com, Manitu und Netcup gehostet. Die freien werbefinanzierten Provider erwähne ich mal nicht.
Ich möchte hier auch keinen Testbericht schreiben, da es im Netz mehr als genug davon gibt. Es fällt jedoch auf, dass jeder Test irgendwie zu einem anderem Ergebnis kommt.
Das liegt wohl an den Kriterien der Tester.
Vielmehr möchte ich ein paar Erfahrungen beim Providerwechsel mit Euch teilen.


Datensicherung (Backup):

Das non plus ultra, auch wenn man den nicht Provider wechselt, ist ein Backup der Daten. Hier muss man auch unterscheiden zwischen einem Backup des CMS z.B. WordPress und anderer Daten sowie der Datenbank.
Ein guter Provider ermöglicht einem ein automatisches oder manuelles Backup. Auch gibt es viele Plugins unter WordPress, welche einem die Möglichkeit eines Backups bieten. Hier sollte man darauf achten, ob nur WordPress-Dateien oder auch andere Dateien des Webhostings gesichert werden. In meinen Fall wollte ich lediglich mein WordPress für den Umzug sichern. Die anderen Daten hatte ich via ftp bereits gesichert (z.B. die Daten der Nextcloud). Früher sicherte ich Dateien grundsätzlich via ftp. Dieses mal wolllte ich das viel gepriesene WordPress Plugin Updraft verwenden. Die Installation des Plugins war problemlos. Die Sicherung erfolgte via Google-Drive, da mein Provider One.com die Sicherung durch Updraft via ftp eingeschränkt hatte (warum auch immer). Das Backup lief nach den Einstellungen problemlos und vor allem sehr schnell durch.
Später stellte sich jedoch heraus, dass der Import via Updraft versagte und mir permanente Fehlermeldung um die Ohren haute. Ohne auf die Details einzugehen, aber das Backup war somit unterm Strich für die Katz.
Deshalb werde ich zukünftig die gute alten Methode der Datensicherung via ftp bevorzugen. Glücklicherweise bot mir One.com (direkt nach der Kündigung) den Download der gesamten Daten als Zip-File an. Dieses Backup konnte ich anschließend bei meinem nächsten Provider Netcup hochladen und die Datenbank importieren.

Apropos Datensicherung via ftp:

Irgendwann häuften sich beim mir die Fehler beim Sichern von Daten via ftp. Lange Zeit war es ein Rätsel für mich bis ich bemerkte, dass mein ftp-Klient Filezilla sporadisch einfach Daten ausgelassen hat.
Eine Suche im Netz ergab, dass ich hier nicht der einzige Betroffene war. Warum das so ist konnte ich bislang nicht herausfinden. Ich verwende seither WinSCP, welches zwar keine Daten auslässt, dafür aber derart extrem langsam ist, dass er bei bei größeren Datenmengen nur noch Nachts läuft. Trotz aller Hilfestellungen im Internet und verschiedener Einstellungen konnte ich die Software nicht merklich beschleunigen. Ich werde also weiterhin nach einem guten ftp-Programm suchen müssen und kann von Verwendung von Filezilla daher nur abraten.

Restore:

Bei Wiederherstellen der Daten müssen sowohl die Daten als auch die zugehörige Datenbank beim neuen Provider hochgeladen werden. Da ich ich, wie beschrieben, zunächst auf das Backup von Updraft verließ musste ich somit erst einmal eine Instanz von WordPress beim neuen Hoster installieren. Denn ohne WordPress läuft ja auch das Plugin nicht. Und hier kamen schon die nächsten Probleme. Ein Backup ist immer nur so gut wie dessen Wiederherstellung (Restore). Und offensichtlich kam das WordPress beim neuen Provider hiermit nicht klar. Es kann auch daran gelegen haben, dass sich das vorgefertigte WordPress von Netcup verwendet habe und diese sog. Toolkit mit meinem Backup nicht klar kam. Jedenfalls gab es einige Fehlermeldungen und Updraft löschte auch temporäre Dateien nicht. Zudem konnte die Seite trotz Import der Datenbank nicht dargestellt werden. Das ging solange bis ich den gesamten Webspace wieder löschen mussste. Letztlich funktionierte das Hochladen der gesamten Seite als Zip-Datei. Netcup bietet hier die Möglichkeit die ZIP-Datei direkt auf dem Server zu entpacken. Dateien im Format 7z gehen leider nicht.

Domain:

Auch die Domain muss natürlich umgezogen werden. Hierzu bekommt man nach der Kündigung einen Code die/der sog. AuthInfo. Diesen gibt man bei neuen Provider ein und schon ist die Domain umgezogen.
Aber Achtung! Direkt nach der Weitergabe der AuthInfo war auch der ftp-Zugang und somit die Möglichkeit der Datensicherung weg. Lediglich via Kontrollpanel von One.com konnte ich noch auf die Daten zugreifen.
Ich bin es irgendwie immer noch von früher gewohnt, dass der Umzug einer Domain meistens Wochen dauert. Zwischenzeitlich ist es fast schon zu schnell.

Hier noch meine persönlichen Erfahrungen mit einigen Providern:

One.com

Einer meiner Provider (One.com) wurde meinen Recherchen nach in Dänemark gegründet, hat den Firmensitz zwischenzeitlich in Dubai, die Hauptniederlassung derz. in Schweden.
One.com lockt mit günstigen Einsteigerangeboten, welche für einfache Webseiten völlig ausreichend sind. Im Laufe der Zeit wurden die Webhosting-Pakete mehfach umgestellt, teilweise mehrfach im Jahr.
Insgesamt hatte das zur Folge, dass zwar der Support besser wurde, man aber immer weniger Leistung für immer mehr Geld erhielt. So extrem wie bei One.com habe ich das noch bei keinem Hoster erlebt.
Im Laufe der Zeit wurde z.B. das autom. Backup kostenpflichtig, die separate Fotogallerie fiel weg und zuletzt hob man die Preise mal um schlanke 40% an. Gerechtfertigt wurde die Preiserhöhung mit dem Satz „Unser Ziel ist es, mit den neuen Paketen Ihren Bedürfnissen noch besser gerecht zu werden“. Der Blick auf die Kosten nach dem ersten Jahr zeigen die massive Preiserhöhung deutlich. Auch wurden Kosten tückisch versteckt. Waren in meinem letzten Paket 3 Domains enthalten, so heißt es jetzt „5 verknüpfbare Domains“. Heißt für 2 meiner 3 Domains muss zusätzlich gezahlt werden. Also meine Bedürfnisse wurden da jedenfalls nicht berücksichtigt. Den Support via Chat (außerhalb der normalen Zeiten nur in englischer Sprache) fand ich allerdings recht gut. Auch wenn es One.com über mehrere Jahren nicht geschafft hat den Updload der Bilder einer Webcam via ftp zu ermöglichen. Komischerweise ging es bei allen anderen Providern problemlos.
Das Kontrollcenter von One.com ist zwar übersichtlich, es fehlen aber wichtige Funktionen. Insbesondere eine automatisierte Sicherung der Datenbank per Mausklick fehlt. Wer will als unerfahrener Benutzer die Datenbank via MyPHPAdmin sichern wenn nicht einmal die Beschreibung der Hilfeseiten stimmig ist. Ein Häkchen nicht gesetzt und kaputt ist die Datenbank.
Auch ist ein manuelles und automatisiertes Datenbackup&Restore nicht grundsätzlich im Paket enthalten und wird extra berechnet. Und ein Backup ohne Restore-Funktion dürfte viele Anwender in Schwierigkeiten bringen. Wenn man aber die Backup&Restore-Funktion gebucht hat, so gibt es daran allerdings nichts auszusetzen.
Auch erleichtert einem One.com zwischenzeitlich den Providerwechsel. Einfach den Kündigen-Button klicken und den E-Mail link bestätigen. Kurze Zeit später erhält man die AuthInfo mit welcher die Domain zugezogen wird. Auch positiv zu erwähnen ist, dass einem direkt nach dem Kündigen einmalig die Möglichkeit gegeben wird, seine gesamten Daten als gezippte Datei (Backup) herunter zu laden.
Diese Funktion hat mir beim letzten Wechsel meine Seite gerettet.

Manitu

Manitu mit Sitz in St. Wendel/Saarland ist ein rein deutscher Provider. Insbesonder das Paket M für dauerhaft 2,50 Euro im Monat dürfte für viele einfache Seiten interessant sein.
Allerdings ist bei Manitu in allen Paketen nur je 1 Domain enthalten. Zusätzliche Domains kosten extra (0,99 Cent) im Monat. Das ist bei dem Preis allerdings immer noch in Ordnung, vorausgesetzt der Speicherplatz von 50GB reicht einem für mehrere Seiten. Ansonsten kann man natürlich auch pro Seite das Paket M buchen.
Besonders gut fand ich, dass Manitu in seinen vorgefertigten Softwarepaketen Nextcloud anbietet. Erst durch Manitu bin ich auf den Trichter gekommen eine Vereins-Cloud aufzusetzen. Heute würde es ohne gar nicht mehr gehen. Eine tolle Sache. Allerdings genau hier hat Manitu auch seine Schwäche. Das im Paket M enthältene Memory_Limit von PHP beträgt nur 128MB. Erst im größten Paket sind 512MB enthalten. Das schlägt dann mit knapp 10.- Euro zu buche (plus evtl. weitere Kosten für zusätzliche Domains). Verschieden Apps von Nextcloud straucheln da schon gewaltig. Auch bietet Manitu als Backup nur die Möglichkeit selbst via ftp zu sichern und erwähnt in den FAQ hierzu auch u.a. Filezilla (Finger weg). Alternativ gibt es eine kostenpflichtige Wiederherstellung automatischer Backups. Ebenso muss man die Datenbank aufwendig via PHP-Admin selbst sichern.
Mein Eindruck vom Support war durchweg positiv. Nachdem ich eigenverschuldet eine Seite verbogen hatte rief mich der Support zeitnah an. Mein Eindruck ist, dass man sich um seine Kunden kümmert.
Manitu kann ich trotz der genannten Schwächen bedingungslos empfehlen. Vorausgesetzt man hat keine zu hohen Ansprüche und macht das Backup via ftp oder WP-Plugin selber.

Netcup

Netcup mit Sitz in Karlsruhe ist ebenfalls ein rein deutscher Betreiber und speichert alle Daten in Deutschland. Laut dem Internet-Auftritt wurde Netcup mehrfach als Provider des Jahres ausgezeichnet.
Von derartigen Auszeichnungen halte ich aber rein gar nichts.
Wie dem auch sei bietet Netcup Webhosting-Pakete mit unschlagbaren Preisen. Für derz. 2,91 Euro bekommt man derzeit dauerhaft ein Paket im 3 Domains und 150 GB inklusive.
Bucht man das Paket unter Verwendung eines Gutscheines sind nochmal bis zu 30% Ersparnis drin. Gutscheine gibt es auf www.netcupgutscheine.de.
Zunächst habe ich das Angebot von Netcup mit unserer Vereinsseite (mit 3 Domains und Nextcloud sowie Fotogallerie) gestestet. Der Umzug lief problemlos und der Mitarbeiter ruft einen unmittelbar nach Bestellen auf der hinterlegten Telefonnummer an (auch am Abend!) um eine Verifizierung durchzuführen. Direkt danach bekommt man die Zugangsdaten per E-Mail. Das Dashboard (Netcup customer controll center) ist meiner Meinung nach nicht wirklich logisch gegliedert und die eigentliche Domainverwaltung erfolgt in einem Untermenü, den Webhosting Control Panel, welches wiederrum einen eigenen Login hat.
Das Menü ist bei mehreren Domains etwas unübersichtlich und gerne bearbeitet man mal die Einstellungen der falschen Domain. Ansonsten hat es alles, was man so braucht. Backups von Datenbanken und dem Webspace sind problemlos möglich. Allerdings könnte die Backupfunktion besser gestaltet sein zumal wohl immer der gesamte Inhalt gespeichert wird und man bestimmte Inhalte ausschließen muss. Das könnte noch stark verbessert werden. Aber immerhin gibt es ein Backup. Über die Restorefunktion kann ich noch keine Angaben machen.
Auch muss man bei Netcup viele Einstellung selbst tätigen, z.B. die SSL-Verschlüsselung aktivieren und die HTTPS-Umleitung erzwingen. Immerhin nutzt Netcup hier das benutzerfreundlich Let´ Encrypt. Auch eigene SSL-Zertifikate sind möglich. Netcup bietet zahlreiche Software-Paket per Mausklick an, hierunter Worpdpress, Coopermine, Joomla, Drupal, etc. aber keine Nextcloud. Diese muss manuell installiert werden.
Etwas Probleme hatte ich beim Einrichten der Datenbanken und auch beim Import der Datenbank meiner Webseite. Ansonsten kann ich bislang keine Schwächen feststellen. PHP-Memory liegt bei 512MB und die Nextcloud läut sehr geschmeidig. Einzig Nextcloud-Updates laufen nicht immer durch und benötigen meist einen manuellen Eingriff. Insgesamt find ich das Preis-Leistung-Verhältnis wirklich top. Über den Support kann ich noch keine Angaben machen. Das werde ich nachholen, wenn ich ihn in Anspruch genommen habe.

IONOS:

Meine Erfahrungen zu Ionos bzw. 1und1 verkneife ich mir jetzt, da der Provider trotz eigentlich guter Angebote für mich ein absolutes no go ist. Ich wurde von dieser Firma bei einer Vertragslaufzeit über den Tisch gezogen. Seither ist diese Firma für mich gestorben. Auch wenn die Angebote gut sein sollten, so werde ich diese Firma meiden. Solche Fehler macht man nur einmal.

Die hier gemachten Angaben sind persönliche Erfahrungen und spiegeln nur meine persönliche Meinung wieder. Details zu den technischen Gegebenheiten sowie zu einzelnen Webhosting-Pakete sind immer den Seiten der Anbieter zu entnehmen. Ich werde weder gesponsert noch enthalten meine links irgendwelche Provisionen.

Hardy